Lymphödem

Lymphödem (Abflussstörungen der Lymphgefäße): Vermehrte Ansammlung von Lymphflüssigkeit im Gewebe. Die betroffene Region ist stark geschwollen, die Betroffenen leiden unter Spannungsgefühl, Schmerzen und Bewegungs-einschränkungen.

Bei einem länger bestehenden Lymphödem verhärtet sich das Bindegewebe (Induration). Darauf stützt sich das klinisch wichtige Stemmersche Zeichen: Die Haut über Finger oder Zehen lässt sich nicht mehr als übliche Falte anheben, sondern ist verbreitert oder gar nicht mehr abzuheben.

Primäres uns sekundäres Lymphödem

Je nach Ursache werden zwei Formen des Lymphödems unterschieden: Wenn von Geburt an einige Lymphgefäße nicht angelegt sind, spricht man von einem primären Lymphödem. Wesentlich häufiger sind jedoch die sekundären Formen, bei denen Teile des Lymphgefäßsystems durch Tumore, Operationen, Entzündungskrankheiten oder Unfälle geschädigt werden. So kann zum Beispiel nach Brustkrebsoperationen ein Lymphödem im Arm auftreten.

Stadieneinteilung

Um eine bessere klinische Einteilung der Schweregrade vornehmen zu können, unterscheidet man drei Stadien des Lymphödems.

Im ersten Stadium ist die Schwellung weich, durch Hochlagern der betroffenen Extremität geht die Schwellung zurück. Das zweite Stadium ist charakterisiert durch Verhärtungen des Bindegewebes, und auch nach Hochlagerung bessert sich der Befund nicht. Im dritten Stadium kommt es zu einer weiteren Zunahme des Gesamtvolumens, was aufgrund der Ähnlichkeit mit einem Elefantenbein mit dem Begriff Elephantiasis bezeichnet wird.